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Aberglaube an Bord: Von Bananen, Böen und dem geheimen Leben des Klabautermanns
Es gibt zwei Arten von Menschen auf dem Wasser:
Die einen glauben an Wetterberichte.
Die anderen glauben an Wetterberichte und daran, dass Bananen Unglück bringen.
Und ganz ehrlich?
Je länger man unterwegs ist, desto mehr versteht man beide.
Die Seefahrt ist voll von Aberglauben – manche kurios, manche uralt, manche erstaunlich logisch.
Und weil ich Ahoi & Tschüss heiße (und nicht Ahoi & Wissenschaft), erzähle ich dir heute meine liebsten Seefahrtsmythen – mit einem Augenzwinkern und einer ordentlichen Prise Salzluft.
Leinen los!
1. Bananen an Bord bringen Unglück
Der Klassiker unter den Mythen – und einer der wenigen, der tatsächlich einen echten Hintergrund hat.
Früher:
- wurden Bananen mit Spinnen transportiert (nicht die kleinen süßen – die großen „Hallo, ich zieh hier ein!“-Varianten)
- faulten sie ultraschnell → schlechte Fracht → schlechte Laune
Heute:
Ich habe schon Bananen an Bord gegessen.
Ich lebe noch.
Aber wenn jemand beim Ablegen ruft „Wer hat Bananen dabei?!“, fühlt es sich trotzdem richtig an, kurz schuldbewusst zu nicken.
2. Pfeifen an Bord ruft Wind – und zwar keinen guten
Wer an Bord pfeift, ruft angeblich Sturm herbei.
Früher war das ernst gemeint – heute ist es eher ein Running Gag.
Aber ganz ehrlich:
Wenn ich pfeife und genau in dem Moment eine Bö über Deck jagt,
dann guckt man schon kurz so, als hätte man persönlich Poseidon angepöbelt.
3. Frauen an Bord bringen Unglück – völliger Quatsch, aber historisch spannend
Einer der nervigsten Aberglauben, den wir bitte alle offiziell verabschieden können.
Warum das früher gesagt wurde?
- Männercrew + wenig Schlaf + Monatelange Reisen = schlechte Laune
- Frauen wurden als Ablenkung gesehen (Traurig, aber wahr.)
- und außerdem glaubte man, Meerjungfrauen wären eifersüchtig…
Heute gilt:
Frauen an Bord bringen Glück, Ordnung, Kaffee, Navigation, Ruhe, Humor –
und meistens auch funktionierende Fenderknoten.
4. Die Sektflasche muss bei der Taufe zerschellen
Wenn ein Schiff getauft wird, muss die Flasche kaputtgehen – sonst droht Unglück.
Meine Theorie:
Der Aberglaube wurde erfunden, weil jemand die Flasche beim ersten Versuch nicht kaputtbekommen hat und dringend eine Ausrede brauchte.
Aber es stimmt:
Bei großen Taufen wird extra eine dünnwandige Flasche genommen, damit sie zuverlässig bricht.
Aberglaube und Eventplanung Hand in Hand.
Und jetzt der Fun Fact, der in keiner maritimen Aberglauben-Sammlung fehlen darf:
Die Titanic wurde beim Stapellauf nicht getauft.
Die Reederei hielt es nicht für nötig.
5. Der Klabautermann – Lieblings-Aberglaube vieler Segler
Und dann wäre da noch der Klabautermann:
ein kleiner, unsichtbarer Bordkobold mit mehr Persönlichkeit als so manche Online Bootsschule.
Er ist so eine Art schwimmender Hausgeist –
halb Handwerker, halb Chaosmanager.
An guten Tagen dichtet er angeblich Ritzen ab, hält Planken zusammen und sorgt dafür, dass nichts ernsthaft schiefgeht.
An schlechten Tagen… nun ja:
Dann räumt er auf seine ganz eigene Weise auf.
Er wirft gern mal Werkzeug umher, versteckt Teile, die man gerade eben noch in der Hand hatte, und sorgt dafür, dass immer irgendetwas klappert, das eigentlich nicht klappern sollte.
Man sagt:
Solange er sich nicht zeigt, ist alles gut.
Denn wenn der Klabautermann sichtbar wird, ist das ein schlechtes Omen.
Ich persönlich bin sicher:
Wenn irgendwo eine Winschkurbel verschwindet oder ein Fender wie von Geisterhand die Leine wechselt,
war es weder der Wind, noch die Crew und ich schon gar nicht.
Es war der Klabautermann – und er hatte Spaß dabei.
6. Wenn Flaute herrscht: Die Sache mit der Jungfrau am Mast
Einer der kuriosesten Aberglauben überhaupt:
Wenn absolute Flaute herrscht und das Boot nicht mehr vorwärts will, sollte angeblich eine Jungfrau den Mast kratzen.
Das sollte dann Wind bringen.
Meteorologisch ist das natürlich kompletter Seemannsquatsch.
Kein Wetterphänomen der Welt kümmert sich darum, wer gerade am Mast kratzt.
Und außerdem:
Wenn Frauen an Bord nicht willkommen waren, wo dann die Jungfrau hernehmen?
Logistisch und logisch also eher schwierig.
Aber der Gedanke, dass irgendwo vor 300 Jahren ein verzweifelter Kapitän mitten in der Flaute stand und rief:
„Hat jemand zufällig eine Jungfrau dabei?!“
… hat definitiv Unterhaltungswert.
Wind bringt es aber nicht.
Warum Aberglaube auf See immer noch lebt
Ganz einfach:
Auf dem Wasser ist vieles unvorhersehbar.
Und alles, was hilft – Humor, Tradition, Gemeinsamkeit – bleibt hängen.
Ich halte mich nicht an jeden Aberglauben.
Aber ich würde auch nie mit Bananen pfeifend an Bord gehen.
Man weiß ja nie.
Fazit: Aberglaube gehört an Bord – Humor auch
Ob du daran glaubst oder nicht – die alten Geschichten gehören zur Seefahrt wie Rettungswesten und Fender.
Sie erzählen:
- von Menschen, die sich vor dem Unbekannten schützen wollten
- von Tradition und Gemeinschaft
- und davon, dass ein bisschen Magie auf dem Wasser einfach dazugehört
Und ganz ehrlich:
Wenn der Wind dreht und die Wellen steigen, fühlt es sich manchmal ganz gut an, an etwas zu glauben – selbst wenn es nur der Klabautermann ist.
Ahoi & Tschüss – und immer eine bananenfreie Brise voraus!
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